Gürtelprüfung brauch ich nicht! Oder?

Ein von mir verfasster Artikel für die "Yagakaname" aus dem Jahr 2016 

 

 

Gürtelprüfung brauch ich nicht! Oder?

 

Ein viel diskutiertes Thema in den Kampfkünsten allgemein ist, ob eine Graduierung notwendig ist. Nachdem ich heute wieder eine sehr schöne Prüfung von Chrissi, Uli und Sabina sehen durfte habe ich mir dazu Gedanken gemacht die ich mit euch teilen möchte. Man hört immer wieder Aussagen wie „ Ach der Gürtel hält doch nur die Jacke ferst“. Im Grunde stimmt das ja auch. Eine Graduierung sagt nicht zwingend etwas über das Können eines Menschen aus. Das sollte sie aber. Mir geht es weniger um die Graduierung an sich sondern eher um die Zeit bevor man Geprüft wird, die Prüfung selbst  oder danach. Vor der Prüfung bereitet man sich intensiv vor. Man lernt Begriffe auswendig. Übt gewisse Katas viele male mit anderen die sich auf dem Gleichen Level befinden oder schon erfahrener sind. Man geht regelmäßig ins Training und lässt es weniger leicht für andere Dinge ausfallen. Man könnte ja etwas Wichtiges verpassen. Abends geht man noch seine Unterlagen durch oder sieht sich Videos an. Man beschäftigt sich eben intensiv mit dem Thema. Dann  ist der Tag der Prüfung gekommen. Man ist aufgeregt. Viele Augen sind auf einen Gerichtet. Man möchte natürlich gut abschneiden oder zumindest bestehen. Und mit diesem Druck umzugehen, der zuweilen auch sehr heftig ausfallen kann ist eine Sache die man auch lernen muss. Das geht aber nur bei Prüfungen. Aus eigener Erfahrung weiß ich dass einen diese Erfahrung andere Drucksituationen im Privatleben leichter meistern lässt. Man ist einfach gelassener, ohne nachlässig zu sein. Natürlich ist das Bestehen der Prüfung dann eine große Bestätigung und man freut sich das sich die intensive Vorbereitung gelohnt hat. Fällt man durch weiß man woran man noch zu arbeiten hat, oder dass man sich nicht gut genug vorbereitet hat. Das sind alles, wie ich finde, sehr wertvolle Erfahrungen. Als nächstes folgt die Zeit nach der Prüfung. Man ist nun höher Graduiert worden und mit dieser Ehrung, folgt auch Verantwortung, denn man müsste es ja nun können. Andere sehen zu einem Auf und erwarten beim Training das man sie in den Techniken unterweisen kann. Also Kyu Grad ist dieses Gefühl nicht so intensiv. Meistens Tritt es intensiver auf wenn man eine Schwelle übertritt. Bei mir war es die Prüfung zum 1. Dan. Nun steht man da und trägt einen Schwarzen Gürtel. Eben dann wird man sich der Verantwortung bewusst die man Trägt. Man will das richtige tun. Das richtige sagen und natürlich auch seinem Lehrer und dem Dojo Ehre machen. Somit komme ich zu der Erkenntnis dass eine Graduierung eine gute Sache ist. Sie Motiviert. Wobei es nicht der Gürtel, das Batch oder der Stern an sich ist sondern das drum herum.

 

 

 

                                                                                                                                            Edmund Wasinger